Norwegen – Skjerstadtfjord – Heilbuttseminar 2012

August 2011, zurück aus Sommeroy, Region Tromso.

Gibt es eine wertsteigende Lebensplanung nach einer wunderbaren Angelwoche in Nord – Norwegen? Wie lange bleibt einem Besessenen, dieses besondere, adrenalinschwangere Hochgefühl in eine neue Planung zu entwickeln und einzubinden? Wenig Zeit, denn unser Willen begreift nur zu schnell, dass wieder zu viel, viel zu viel Zeit vergeht, um wieder einmal eine Woche ausschließlich der Fischerei widmen zu dürfen.

Nein ! – Eigentlich nur ertragbar für diejenigen unter uns Sonderlingen der Spezis Angler die lieber mit Ihrer Liebsten nebst Kind und Kegel einen Hotel- und Clubaufenthalt in einem der vielen Urlaubsgettos rund um das Mittelmeer planen oder das Allgäu für das Maß der Dinge halten.

Ein Teil von uns, ist und bleibt Individualtäter mit bekannten Folgen, sich einer Leidenschaft hinzugeben, die wie kaum eine andere Freizeitbeschäftigung ein so hohes Suchtpotenzial in sich trägt wie die Sportfischerei. Und genau diese Gedanken gingen mir durch meinen Kopf als ich 2011 von einer Norwegenreise nach Deutschland zurückgekehrte.

Zeitnah sind die Erinnerungen an alle die großen Dorsche, die ebenso schmackhaften Schellfische, Steinbeißer und die kampfstarken Köhler, die ich fangen konnte. Nur der Heilbutt, dieser seltsam magische Fisch, der mich seit meinem ersten Besuch an den nordnorwegischen Gewässer in seinen Bann gezogen hatte, blieb mir als Beute wieder einmal verwert.

Das neue Meeresanglermagazin „Kutter & Küste“, das ich bei meiner Rückkehr  im Briefkasten vorfand, half  mit bebilderten Fangberichten von Heilbutten genau diese, offensichtliche größte Herausforderung norwegischer Angelpraxis, weiter zu steigern.

Was ist das schwierige, die anglerische Herausforderung und wie lassen sich die zahlreichen, angelesenen und für mich somit theoretischen Erkenntnisse aus den Veröffentlichungen zum Heilbuttfischen, in eine resultierende anglerische Praxis und letztendlich den Fang eines vorzeigbaren Heilbutts umsetzen. 40 Jahre, durchaus erfolgreiche Angelpraxis, auch in der Meeresfischerei, drei Reisen nach Norwegen und immer noch keinen dieser faszinierenden Räuber an der Rute?

Und genau wie auf dem Punkt getroffen las ich einen Artikel, einen Bericht von Rainer Korn, Chefredakteur Kutter + Küste und ausgewiesener Heilbuttexperte, über sein Heilbuttseminar, dass er zum wiederholten Mal 2011 durchgeführt hatte und auch wieder für 2012 plante.

Man sollte ja das Eisen schmieden solange es heiß ist, sagt ein altes Sprichwort und ich war noch heiß. Also spontaner Anruf beim Reiseveranstalter „ Kingfischer Reisen“, über den ich schon mehrfach mehr als zufrieden stellend gebucht hatte und tatsächlich war noch ein Boot für drei Teilnehmer frei und buchbar. Schnell waren zwei weitere Freunde gefunden die an der Reise teilnehmen wollten und konnten.

Zeitsprung, Mai 2012, Skierstadtfjord. – Heilbuttseminar

Rainer Korn und Sven Weide, die beiden Guides des Seminars haben alle Teilnehmer über die Woche durchweg zufrieden stellend begleitet, betreut und sich mit Tipps und Informationen auch nicht zurückgehalten.

Leichte Ausrüstung auf Heilbutt war die Ansage. Fischen im Flachwasser, in 4 – 25 m Wassertiefe. Weitgehend wetterstabiles Fjordfischen im Skjerstadtfjorden, der Fjord dem der berühmte Saltstraumen das Wasser zuführt. Fischen mit 40- 60g Jig Köpfen ! und 15 cm Gummifischen ! die in einer, vom Zanderfischen bekannter Faulenzertechnik geführt wurden, waren die Ansagen der beiden Guides.

Und es funktionierte tatsächlich und brachte mir schon am ersten Angeltag den ersten  Butt der Tour, mit immerhin über 22 Pfund, dem noch weitere folgen sollten.

Der Bann war gebrochen. Die sensiblen Beißtechniken der Butte „erfühlt“ und die Köderführung erfahren. Wir haben Fangplätze erfolgreich angefischt die ich sonst niemals in Betracht gezogen hätte und mir wieder einmal gezeigt, dass Vertrauen in die Erfahrungen erfolgreicher Angler durchaus und unmittelbar in eine eigene anglerische Praxis umzusetzen sind.

Die Bilder der Tour sprechen für sich, viel Vergnügen beim anschauen und nachfischen.

Bernd Schulmeyer

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